“Fagottissimo” – Orchesterkonzert

“Fagottissimo” – Orchesterkonzert


Sonntag, 4. Dezember 2022, 17.00 Uhr  |  Musiksaal Margeläcker, Wettingen
Zum Vorverkauf für Wettingen

E. Grieg Holberg-Suite
A. Vivaldi Konzert in e-moll RV 484 für Fagott und Orchester
W. Bargiel Adagio für Fagott und Streichorchester
B. Britten Simple Symphony

Valeria Curti, Fagott
Kammerorchester 65
Alexandre Clerc, Leitung

Die Konzerte werden mit freundlicher Unterstützung der Gemeinde Wettingen, der Gemeinde Ennetbaden und der Stiftung Ernst und Ruth Burkhalter durchgeführt.


fagottissimo
fagottissimo

 

Bargiels Adagio op. 38 ist unter den ungefähr 48 Komposition seines Werkkatalogs eines seiner Meisterwerke. Während die originale Veröffentlichung für Solo-Cello und grosses Orchester besetzt war, existieren aufgrund der Beliebtheit des Werks zahlreiche Bearbeitungen für andere Besetzungen. Die Version für Fagott und Streichorchester hat Valeria Curti gleich selbst arrangiert!

Schon bei einer ersten Durchsicht des umfangreichen Werks von Vivaldi fällt auf, wie viele – ganze 37 – Konzerte er für das Fagott komponiert hat. Mehr als jeder andere Komponist verlieh er dem Fagott eine Art Doppelpersönlichkeit: Einerseits sah er es als weisen Spender erhabener Gedanken und tiefer Einsichten, andererseits als eine melodiöse, lebendige und farbenfrohe Stimme. Viele halten das Konzert für Fagott in e-Moll (RV 484) für eines von Vivaldis erfolgreichsten Konzerten. Das einleitende Allegro poco ist vom einzigen erhaltenen Satz des Flötenkonzerts RV 432 inspiriert. Das Andante ist schwermütig; die Ecksätze sind kraftvoll und intensiv, vor allem das abschliessende Allegro mit seinem unwiderstehlichen und unverwechselbaren Vivaldi-Elan.

Brittens Simply Symphony und Edvard Griegs Holberg Suite sind nicht ohne Grund zwei der am häufigsten aufgeführten Werke für Streichorchester. Britten kommentierte, dass sein Stück “vollständig auf Material aus Werken basiert, die der Komponist im Alter zwischen neun und zwölf Jahren schrieb”. Das Stück ist seiner Bratschenlehrerin aus Kindertagen, Audrey Alston, gewidmet, und die alliterative Verspieltheit des Titels und die vier Sätze sprechen für deren Sinn für Spass und gute Laune.

1884 komponierte Grieg aus Anlass des 200. Geburtstags des in Norwegen sehr bekannten Dichters Ludvig Holberg eine Suite im barocken Stil. Als Rückgriff auf die Zeit Holbergs sind darin Tänze und Formtypen der Barockmusik – Präludium, Sarabande, Gavotte, Air und Rigaudon – enthalten, die aber mit der Melodik und Harmonik des 19. Jahrhunderts und dem charakteristischen Kompositionsstil Griegs kombiniert werden. So erreicht die Musik jene reizvolle Mischung, die das Stück so populär werden liess.

Valeria Curti
Valeria Curti

Valeria Curti ist Schweizer Fagottistin mit italienischen Wurzeln. Sie versteht sich als Künstlerin, deren zentrales Anliegen es ist, mit ihren Instrumenten und ihrer Interpretation die Musik jeder Epoche lebhaft und kommunikativ darzustellen. Sie stellt dabei technische Brillanz nicht in Vordergrund, sondern benutzt sie, um sensibel die Klangfarben, Rhythmen und die Dynamik zu erkunden und darzustellen. 

Neben ihrer Tätigkeit als Solistin, Orchester- und Kammermusikerin betätigt sich Valeria Curti auch als Forscherin für unbekannte Fagott-Literatur, die sie in Archiven findet und zur Aufführung bringt.

Nach dem Grundstudium an der Musikschule Brugg (bei Patrik Lüscher) wurde sie im Alter von 14 Jahren als Jungstudentin von der Zürcher Hochschule der Künste bei Prof. Matthias Racz aufgenommen. Nach dem mit Auszeichnung abgeschlossenen Bachelorstudium schloss sie zwei Master-Studiengänge mit der Bestnote ab: an der Universität Mozarteum Salzburg bei Prof. Marco Postinghel und an der Musikakademie Basel bei Sergio Azzolini. Seit September 2022 verfeinert sie ihr Fagottspiel in der Solistenklasse der Musikakademie Basel.

Ihre interpretatorische Kompetenz wurde u.a. mit dem bedeutenden Göhner Musikpreis (2021) und dem 1. Preis am IDRS Young Artist Competition (2015) in Tokyo ausgezeichnet. Sie erhielt ausserdem Stipendien verschiedener Stiftungen, wie z.B. des Rahn Kulturfonds (2020), des Migros Kulturprozent (2017), der Stiftung Ruth und Ernst Burkhalter und der Friedl Wald Stiftung (2013).

Als Orchestermusikerin ist Valeria Curti im In- und Ausland tätig. Sie spielte bereits an namhaften Festivals wie zum Beispiel an den Salzburger Festspielen oder am Lucerne Festival. Sie war Mitglied der Schleswig-Holstein Orchesterakademie (2014/15), dem Gustav-Mahler-Jugendorchester (2018) und spielte projektweise als Solofagottistin mit dem Royal Philharmonic Orchestra in London, dem Mozarteumorchester Salzburg, dem Royal Scottish National Orchestra, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Scottish Chamber Orchestra und dem Kammerorchester K65. Seit der Saison 2022/23 ist sie als Solofagottistin des Musikkollegiums Winterthur engagiert. Zusammen mit verschiedenen Orchestern hat sie bereits alle bedeutenden klassischen Fagottkonzerte aufgeführt. (Mozart, Weber, Hummel, Rossini, u.a.).

www.valeriacurti.com


Und hier bereits der Hinweis zu unserem nächsten Auftritt vor Weihnachten.

Noël provonçal – Wettinger Weihnachtstage

Sonntag, 18. Dezember 2022, 15:00 und 17:00
Westschöpfe Kantonsschule Wettingen  |  Online-Ticketvorverkauf

Benjamin Britten
  Simple Symphony op. 4
Edvard Grieg
  Holberg Suite op. 40
Georges Bizet
  Marche des trois Rois (Prélude aus L’Arlesienne no. 1)

Alexandre Clerc, Leitung


Museum Aargau und Partner präsentieren vom 9. bis 18. Dezember 2022 erstmals die „Wettinger Weihnachtstage“. Erleben Sie auf der Klosterhalbinsel eine provenzalische Krippe, Konzerte, Adventsführungen und weitere weihnachtliche Sternstunden! Zum Abschluss spielt das K65 zwei Kurzkonzerte für reines Streichorchester.

An dieser Stelle bedanken wir uns herzlich für das Gastrecht im Kloster Wettingen, wo das K65 seit Jahrzenten probt und konzertiert.

Wettinger Weihnachtstage
Wettinger Weihnachtstage